Die Vogdtey, der Alte Krug in Großenbrode.

Vogdtey - das ist der Name dieses Hauses. Seit 1560 schon werden hier die Bauernvögte von Großenbrode erwähnt, die ihre Abgaben für den Krug und auch die Nähe nach Fehmarn an den dänischen König entrichten mussten.

Von 1642 datiert der erste Pachtvertrag über die Vogdtey. Früher war die Vogdtey erblich gewesen, doch 1639 hatte der König das Dorf Großenbrode samt seinen Einwohnern als Leibeigenschaft verkauft. Der neue Herr, Hans Rantzau auf Löhrstorf, achtete die alten Rechte nicht und verpachtete die Vogdtey an ihm genehme Leute, die Pächter der Vogdtey, wie sie fortan genannt wurden. Diese wollten ihren Herrn hier vertreten und wurden so zur Obrigkeit in Großenbrode. Auf diese Weise ist der erste Vertrag über unseren Krug und die Großenbroder Fähre entstanden.

Der letzte Pächter der Vogdtey wird 1787 erwähnt, danach trennten die Nachfolger Rantzaus die Fähre vom Krug und verpachteten jetzt beide getrennt. Den Namen Vogdtey verwendet die Gutsherrschaft nicht mehr. Doch die Großenbroder bewahren diesen traditionsreichen Namen.

Auch die Zeit der Rantzaus und ihrer Nachfolger ging vorüber. 1805 wird die Leibeigenschaft aufgehoben. Der Krug zu Großenbrode - wie es jetzt heißt - wird verkauft.

Seit 1813 besitzt ihn unsere Familie. Die Verknüpfung von Obrigkeit und Krug hatte ihr Ende gefunden. Die Großenbroder und die Reisenden konnten fortan - und können - wieder unbeschwert Stunden hier verbringen.
Seit 1960 sind Wolfgang und Marlis Kissing beliebte Gastgeber auf der Wagrieschen Halbinsel! Der Krug ist ein Treffpunkt Einheimischer und zum Ziel vieler dem touristischen Aufschwung folgenden Gäste geworden!
Mit der Erschließung der Fehmarnsund-Brücke im Jahre 1963 begab sich der Betrieb auf einen florierenden Weg.

Auch hier wiederholte sich die Bewirtung vieler Durchreisender die sich auf der so genannten Vogelfluglinie hinfort bewegten, was unter anderem zum An- und Umbau von Doppelzimmern und Ferienwohnungen führte.

1999 übernahm Sohn Ralph Kissing den Alten Krug.
Sein Konzept sollte die Tradition mit Innovation verbinden, was ihm mithilfe eines kreativen und jungen Teams und der bereits vorhandenen Crew gelang.

Marlis Kissing senior arbeitete mit dem jungen Koch Dennis Kiss in der Küche, bis alle altbewährten Rezepte ihrer Kochkunst entsprachen. So konnte sie sich langsam in den wohlverdienten Ruhestand begeben und in ihrer Rolle als Oma Marlis aufblühen. Dennoch wird die Seele des Hauses nach wie vor als Feuerwehr eingesetzt und ist mit Rat und Tat vor Ort.

Auch Onkel Jürgen - sowohl von der gesamten Familie als auch von allen Gästen so genannt wird - steht mit aller Kraft und Know-how hinter Ralph und seinem Team.

Nach knapp 6 Jahren kann Familie Kissing von sich behaupten, dass der eingeschlagene Weg, den Sie 1999 wagten, der richtige war!

Der Verlust des mit über 60 Sitzplätzen fassenden Saals konnte durch den Umbau in charmant ländliche Doppelzimmer längst aufgefangen werden, so dass der Erweiterung weiterer Doppelzimmer und einem Wellness-Bereich in Zukunft nichts im Wege steht.

Seit 2012 wird der Alte Krug als Hotel Garni betrieben.

Trotz der modernen Zeit bleibt die Familie dem alten Motto treu:

HOCH ODER PLATT
DRÖG ODER NAT
BEER ODER WIN
OVER ECHT MUTT DAT SIN